• Marcia Gerwers

Business-Dresscode – ist das noch zeitgemäß?

Aktualisiert: Apr 2

Eigentlich wollte ich den Artikel "Warum der Anzugträger so kompetent wirkt" nennen - hab es dann aber gelassen, aus SEO-Gründen. Aber: Warum wirkt er eigentlich so kompetent? Diese und andere Fragen beantwortet dieser Artikel (wenn's glatt läuft).



Egal, ob Smart Casual, Business Attire oder Formal - an den meisten Arbeitsplätzen gibt es eine Kleiderordnung – teilweise manifestiert in Richtlinien zur Unternehmenskultur oder einfach gelebte Praxis. Die Frage inwieweit solche Kleidervorschriften in Unternehmen noch tragbar sind, wird jedoch zunehmend diskutiert. Der Tätigkeit mittels eines Symbols, einer Uniform, Ausdruck zu verleihen, ist in vielen Berufen üblich. So demonstrieren zum Beispiel Ärzte, Soldaten und Polizisten ihren Berufsstand sehr deutlich durch Uniformen.


Der Grund hierfür ist simpel: Sie an Ihrer Uniform zu erkennen, ist für die Gesellschaft von hoher Bedeutung. Damit wird auch legitimiert, den Polizisten, Soldaten und Co. während ihrer Dienstzeit das Recht auf Individualismus zu entziehen. Stellen wir uns mal vor, es gäbe keine Uniformen. Woran sollten wir dann den Arzt vom Patienten, den Polizisten vom Zivilisten oder gar den bewaffneten Soldaten vom Terroristen unterscheiden?


Für mich ist es vollkommen unstrittig, dass Uniformen für manche Berufe sehr sinnvoll sind. In anderen Branchen halte ich es jedoch für diskutabel, ob die Vorteile eines Dresscodes noch zeitgemäß sind und dessen Nachteile überwiegen.


Kleiderordnung vs. Individualität


Durch die Vorgabe einer bestimmten Kleiderordnung, wird auf der einen Seite die Individualität der einzelnen Mitarbeiter eingeschränkt. Befürworter wiederum sehen jedoch den Vorteil im daraus entstehenden kollektiven Gemeinschaftsgefühl, à la „Wir tragen das gleiche, also sind wir eine Einheit!“ Interessant und widersprüchlich ist jedoch, dass häufig gerade jene Unternehmen einen besonders strengen und formellen Business-Dresscode fordern, die ansonsten sehr weit entfernt sind vom erlebten Wir-Gefühl.

Gerade konservative Unternehmen bestehen oftmals auf die Einhaltung bestimmter Kleidungsvorgaben, stützen jedoch durch hierarchische Strukturen nicht selten ein eher individualistisches, an den eigenen Interessen orientiertes, Arbeiten – ein Widerspruch!


Warum haben so viele Unternehmen tatsächlich einen Dresscode?


Fakt ist, dass viele Studien darauf hinweisen, dass der Erfolg eines Mitarbeiters und dessen Durchsetzungskraft durchaus von seiner Kleidung abhängt. „Kleider machen Leute“ heißt es hier noch immer. Psychologen würden dies dem Halo-Effekt zuschreiben. Dieser besagt, dass eine Eigenschaft, wie bspw. die Kleidung, auf andere Eigenschaften, wie bspw. die Fachkompetenz, ausstrahlt. So drückt ein Anzug unterbewusst Kompetenz aus und in unseren Köpfen entsteht eine kohärente Story „Anzugträger müssen Kompetenz haben“. Wir (und ja: dazu gehören auch Sie und ich) unterliegen diesem psychologischen Effekt, ob wir wollen, oder nicht. Psychologen sind sich hier einig, wer die Trugschlüsse des eigenen Gehirns ausmerzen will, dem bleibt nur die Möglichkeit dies bewusst von sich selbst einzufordern.


Also: Wenn Sie das nächste Mal einen Mitarbeiter in Jeans und T-Shirt sehen, dann versuchen Sie einfach aktiv nach Informationen zu diesen Personen zu suchen und deren Kompetenz auf Basis von Fakten statt Fummeln einzuschätzen. Im besten Falle spricht irgendwann nicht mehr der Anzug, sondern das Fachwissen für Kompetenz. Der Casual Friday könnte dabei vielleicht ein erster Schritt für Ihr Unternehmen sein.


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