• Marcia Gerwers

Werkswohnung – ein Revival zugunsten der Mitarbeiterbindung

Aktualisiert: vor 11 Stunden


So könnten moderne Wohnhäuser für Mitarbeiter heute aussehen. Quelle: Pexels

Werkswohnungen werden oft als Relikte vergangener Zeiten gesehen. Aktuell erleben sie jedoch ein Revival. Warum und welchen positiven Einfluss Werkswohnungen auf die Mitarbeiterbindung haben können? Nachlesen!

Die meisten von uns kennen Werkswohnungen eher aus Erzählungen der Eltern und Großeltern. Damals wohnten Arbeiter häufig in Wohnungen, die der Arbeitgeber zur Verfügung stellte. Dieses Konzept war im Ruhrgebiet besonders beliebt. Dort schufen Kohle- und Stahlunternehmen ganze Siedlungen für ihre Mitarbeiter.

Dann kamen die 90er Jahre und das Konzept der Werkswohnung verschwand zunehmend und regelrecht unbemerkt.

Der Grund? Städte wurden diverser, der Arbeitsmarkt veränderte sich und die klassischen „Arbeiterviertel“ verschwanden.

Werkswohnungen – die Neuauflage eines Klassikers

Was oft als Relikt vergangener Zeiten gesehen wird, erlebt ganz aktuell ein Revival. Laut einer Studie des Berliner Instituts Regio Kontext wurden 2019 sogar 60 neue Bauprojekte für Werkswohnungen ins Leben gerufen – und der Trend hält an. Unter den beteiligten Firmen finden sich ganz große Namen, wie z. B. Audi oder Bosch.

Es gibt jedoch einen Unterschied zu früher: Bei diesen Projekten geht es nicht um den Bau klassischer Arbeitersiedlungen. Vielmehr geht es darum, Arbeitnehmern Wohnraum in dicht besiedelten Städten zur Verfügung zu stellen. Die Werkswohnung im Arbeiterviertel ist zur städtischen Mitarbeiterwohnung geworden.

Meist reicht schon eine kleine Wohnung. Quelle: Pexels

Was macht diese neuen Werkswohnungen so attraktiv?

Insbesondere in deutschen Großstädten wie Berlin und München steigen die Mieten, während immer mehr Wohnraum fehlt. Für Arbeitnehmer ist es oft nicht so leicht, die geeigneten vier Wände zu finden. Besonders für Familien wird dies immer schwieriger. Viele Arbeitnehmer entscheiden sich daher für eine Wohnung oder ein Haus am Stadtrand oder in der Nachbarstadt. Dabei nehmen sie lange Fahrtwege zur Arbeitsstelle in Kauf.


Auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden bemerken wir immer wieder, dass lange und staureiche Arbeitswege langfristig zu Unmut führen.


Die Folge: Mitarbeiter sind weniger zufrieden mit Ihrem Arbeitsplatz und tendenziell auch wechselbereiter. Manche treten eine neue Stelle aufgrund der Wohnsituation gar nicht erst an.

Dank Wohnraum zum besseren Arbeitgeber

Stellt der Arbeitgeber kostenlosen oder bezahlbaren Wohnraum in der Nähe des Arbeitsplatzes in Aussicht, kann sich dies deutlich auf die Attraktivität des Arbeitgebers und somit auch auf die Zufriedenheit des Arbeitnehmers auswirken. Der Arbeitgeber hat dabei generell zwei Optionen: Entweder er stellt dem Mitarbeiter eine kostenlose Wohnung zur Verfügung, oder er bietet bezahl- und verfügbare Wohnungen weit unterhalb des Mietspiegels an.

Geldwerter Vorteil – Achtung!

Mitarbeiter erhalten durch die Bereitstellung einer Mitarbeiterwohnung einen sogenannten geldwerten Vorteil, den sie versteuern müssen. Dennoch: In der Regel sparen Mitarbeiter durch das Konzept der Mitarbeiterwohnungen. Und eine weitere gute Nachricht: Hier tut sich etwas! Künftig sollen Mieten des Arbeitgebers, die mindestens zwei Drittel der ortüblichen Miete betragen, nicht mehr versteuert werden müssen. So sparen Mitarbeiter, die in Werkswohnungen leben, nicht selten mehrere 100 Euro im Monat.

Werksmietwohnung oder Werksdienstwohnung?

Wem eine Werkswohnung in Aussicht gestellt wird, der sollte die Vertrags-Details beachten. Eine „Werksdienstwohnung“ wird dem Angestellten für die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses zur Verfügung gestellt. Kündigt er, muss er auch am letzten Tag der Beschäftigung ausziehen. Anders verhält es sich mit „Werksmietwohnungen“. Die unterliegen dem regulären Mietrecht. Mietvertrag und Arbeitsvertrag sind unabhängig voneinander zu betrachten.

Klein und möbliert oder leer und für die ganze Familie - Werkswohnung dienen der Mitarbeiterbindung! Quelle: Pexels

Werkswohnung: Eine Chance – auch für kleine Unternehmen

Aktuell setzen vor allem große Unternehmen wieder auf das Pferd „Werkswohnung“. Wir sehen in dem Konzept aber auch eine besondere Chance für kleine und mittelständische Unternehmen. Im Vergleich zu großen Unternehmen fällt es ihnen oft schwer, geeignetes Personal zu finden. Das liegt bspw. daran, dass das Prestige der Arbeitgebermarke fehlt, die Gehälter meist geringer ausfallen oder der Standort weniger attraktiv ist. Die Bereitstellung oder Bezuschussung einer geeigneten Wohnung kann im „War of Talents“ ein Alleinstellungsmerkmal des Arbeitgebers sein. Unternehmen sollten Werkswohnungen daher schon in der Stellenausschreibung erwähnen!

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Wir beißen nicht!

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