• Marcia Gerwers

Zukunft der Arbeit - ein Interview mit mir selbst

Aktualisiert: Apr 27

Ein Interview mit meinem Zukunfts-Ich im Jahr 2040

Vielleicht wird 2040 das Zeitreisen erfunden und ich habe die Möglichkeit schon bald mit mir selbst im Jetzt darüber zu sprechen, wie sich die Arbeitswelt verändert hat – das wäre spannend! Zwischen Utopie und Realität, würde dieses Gespräch dann in etwa so ablaufen...

So werde ich wohl nicht aussehen. Vieles wird jedoch anders sein. Quelle: Gratisography, Ryan McGuire

Ich: Hallo Zukunfts-Ich! Schön, dass du es einrichten konntest.

Ich würde mich heute gerne mit Dir über die Zukunft, bzw. Deine Realität der Arbeitswelt unterhalten.

Wie ist es denn so 2040 arbeiten zu gehen?

Zukunfts-Ich: Ehrlich gesagt ziemlich gut, ich gehe gerne arbeiten. Nachdem ich früher eine Zeit dachte, dass Arbeit und Privatleben irgendwie eins sind bzw. zunehmend werden, hat sich meine Meinung dazu in den letzten Jahren verändert. Wir in der Zukunft versuchen die Freizeit von der Arbeitszeit zu unterscheiden – was aber eben nicht heißt, dass meine Arbeit mir keinen Spaß macht. Entscheidend sind die Rahmenbedingungen und die Kultur bei der Arbeit.


Man weiß, dass die Chancen der Digitalisierung auch viele Risiken mit sich bringen

Ich: Aber das ist ja schon verwunderlich – fast schon eine Rückentwicklung. Schon heute, im Jahr 2020 haben wir ja aktuell immer mehr Möglichkeiten überall erreichbar zu sein und alles miteinander zu vereinen – die Digitalisierung macht’s möglich. Viele Menschen sind sich einig, dass dadurch vieles leichter wird. Bist du da also anderer Meinung?

Zukunfts-Ich: Digitalisierung ist da ein gutes Stichwort. Im Jahr 2040 weiß man, dass die Chancen der Digitalisierung auch viele Risiken mit sich bringen. In den letzten Jahren hat man diese Risiken genauer ergründet und versucht negative Auswirkungen, wie bspw. Burn-Out durch den Druck ständiger Erreichbarkeit, zu analysieren. Die Menschen versuchen nun ihre Kommunikationsgeräte sinnvoll einzusetzen. Privat wird nun bspw. wieder viel mehr über Video telefoniert, als geschrieben. Die Wiederentdeckung der Bedeutung des gesprochenen Wortes, ist eines der zentralen Merkmale unserer Dekade.

Also: Digitalisierung ja, aber nicht auf Kosten der Menschlichkeit und sozialen Interaktion. Die Erkenntnis, dass nicht jede technische Errungenschaft auch (zwischen-)menschlicher Fortschritt ist, fehlt Euch aktuell noch.

Ich: Dann bin ich da schon mal gespannt. Wie sind denn die Rahmenbedingungen von denen du eben gesprochen hast?

Zukunfts-Ich: Wie gerade schon angedeutet, sind sich mittlerweile die meisten Arbeitgeber einig, dass Mitarbeiter gut behandelt werden müssen. Aus der Verantwortung heraus, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen. Glückliche Mitarbeiter leisten einfach die bessere Arbeit. Diese Erkenntnis treibt die meisten Unternehmer an.

Vor diesem Hintergrund haben sich in vielen Unternehmen flexible Arbeitsmodelle durchgesetzt. Dazu zähle ich jetzt mal alles von Homeoffice, Remote Working, bis hin zu flexiblen Arbeitszeiten.

Auch die Wochenstunden sind in den meisten Unternehmen flexibler geworden und betragen maximal 40Stunden – meist weniger.

Staatliche einheitliche Stundenkonten helfen dabei, die Überstunden im Blick zu haben. Diese werden zu 100% ausgeglichen und das noch im selben Monat – man weiß mittlerweile, dass u. a. viele Überstunden zu psychischen Erkrankungen führen können, deswegen sollten sie erst gar nicht entstehen.


Die ausschließlich leistungsorientierte, gewinnmaximierte Arbeitskultur kann langfristig nicht bestehen


Die Zukunft der Arbeit: gar nicht so übel. Quelle: Gratisography, Ryan McGuire

Ich: Du hast gerade von staatlichen einheitlichen Stundenkonten gesprochen. Wie steht die Politik denn insgesamt der Arbeitswelt gegenüber?

Zukunfts-Ich: Die Politik hat mittlerweile verstanden, dass die ausschließlich leistungsorientierte, gewinnmaximierende Arbeitskultur der frühen 2000er langfristig nicht bestehen kann. Experten sprachen vor einigen Jahrzehnten von einer psychisch immer kränker werdenden Gesellschaft. Das versucht nun auch die Politik zu unterbinden. Verstöße gegen das verschärfte Arbeitsrecht, wie z. B. die Geschlechterquote, werden hart bestraft, Kontrollen regelmäßig durchgeführt. Mitarbeiterbefragungen zur Zufriedenheit sind Pflicht. Wir haben uns von einer arbeitgeberfreundlichen zur arbeitnehmerfreundlichen Kultur gewandelt. Und das Gute ist: Genau das führt am Ende auch zu nachhaltigem wirtschaftlichem Erfolg.

Ich: Und wie sieht eine klassische Arbeitswoche 2040 aus? Zukunfts-Ich: Das kann ich gar nicht so pauschal beantworten, da auf jeden Mitarbeiter in den meisten Unternehmen sehr individuell eingegangen wird. Für mich ist bspw. ein geregelter Tagesablauf sehr wichtig, daher komme und gehe ich jeden Tag zur gleichen Zeit – andere Mitarbeiter hingegen entscheiden das spontan. Überhaupt fangen Unternehmen in der Regel damit an, ihre Mitarbeiter zu fragen was ihnen fehlt, was sie sich wünschen. Die Antworten werden meist gemeinsam im Team aufgearbeitet. Interne Kommunikation ist nicht nur eine Abteilung oder eine Zuständigkeit, sondern zunehmend Teil gelebter Kultur.

Ich: Ich danke dir liebes Zukunfts-Ich! So lässt sich optimistisch in die Zukunft blicken.

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